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Ein Net(t)zwerk für den Ländlichen Raum

Vision von

Julia

Jahr

2020

Art

Wettbewerb Stiftung Baukultur, 1. Preis Studierende


Die Ausgangslage im ländlichen Thüringen ist problematisch: vernachlässigte Versorgungseinrichtungen, mangelnde Arbeitsplatzaussichten, kulturelle Defizite und immer längere Wege. Angesichts der „Landflucht“ wird der öffentliche Nahverkehr weiter ausgedünnt, die Reduktion der Daseinsvorsorge beschleunigt die Abwärtsspirale.

Dem wirkt das Konzept der Vernetzung und Belebung der kleinteiligen Siedlungsstruktur entgegen. Darin liegt dann die Chance zu einem Paradigmenwechsel, zu einer Umkehr, dass gerade diese Verteiltheit und Landschaftlichkeit neue Lebensperspektiven eröffnen kann und ein Ort wie Urleben, der hier als Hintergrund genutzt wird, weiter aufblüht. Das digitale Netz erschließt so den ländlichen Raum in seiner eigentlich vorhandenen räumlichen und sozialen Tiefe - öffnet erst virtuell und dann analog Garten-, Hof- und Haustüren.


Das Net(t)zwerk wird zum Substrat diverser Austausch- und Tauschprozesse, die auf der Chancengleichheit der Beteiligten beruhen sollen. Gemeinschaftlich erschlossen wird dabei der „Personelle Fundus“ an Fertigkeiten und Fähigkeiten der Menschen vor Ort, der „Materielle Fundus“ an Gärten, Häusern, Autos zum Teilen, und vorhandene Potenziale der Gemeinschaftsförderung, etwa Fahrdienste, Pflege und Fürsorge sowie der „Raumförderung“ wie Streuobsternte, aber auch Renovierungen und handwerkliche Arbeiten.