Safe Space Root Space // Konzeptvorschlag für die Biennale Svizzera "Handle with Care"
Vision von | Annette, Julia |
Jahr | 2026 |
Art | Konzept |
In Zeiten der Klimakrise und angesichts der Tatsache, dass die Baubranche zu den größten CO2-Emittenten weltweit zählt, wird die Frage, ob und wie wir bauen, immer drängender. Die Installation Safe Space – Root Space nimmt diese Fragestellung auf und setzt sich dafür ein, mit Blick auf die Umwelt bewusste Entscheidungen gerade dort zu treffen, wo nicht gebaut wird.
Im Park der Villa Saroli werden die imposanten, teils jahrzehntealten Bäume dabei zu den zentralen Akteuren. Bäume speichern Kohlenstoff, produzieren Sauerstoff, kühlen die Umgebung und bieten Lebensraum für zahlreiche Arten. Für den Menschen sind ihre Effekte unmittelbar erfahrbar: Der Temperaturunterschied zwischen begrünten und versiegelten Flächen kann messbar bis zu 5 °C, subjektiv sogar über 10 °C betragen.
Doch Bäume wirken nicht nur durch ihre sichtbaren Kronen. Unter der Oberfläche erstrecken sich weitläufige Wurzelsysteme, die den Boden stabilisieren, Wasser und Nährstoffe aufnehmen, als Speicher dienen und die Bäume über Mykorrhiza-Netzwerke miteinander verbinden. Dieses dichte, kaum wahrnehmbare Geflecht ist lebensnotwendig und zugleich äußerst sensibel. Unbedachte Eingriffe können jahrzehntealte Ökosysteme irreversibel schädigen.
Die Installation macht diesen verborgenen Raum erfahrbar, indem der antizipierte Wurzelraum – berechnet aus der Kronentraufe plus 1,5 Meter – als grafisches Muster auf die Erdoberfläche im Garten der Villa Saroli übertragen wird. Die Linien werden mit temporär aufgetragener Farbe (Sportplatzmarkierung/Sprühkreide) aufgetragen oder wo dies aufgrund von dichter Strauchschicht nicht möglich ist, durch Schnureisen/Absperrleinenhalter und Bänder nachvollzogen. Um jeden Baum entsteht so eine eigene Sphäre. Überlagernde Sphären zeigen die Bäume als verbundenen Organismus.
Indem das unsichtbare auf plakative Art sichtbar gemacht wird, will die Installation eine Diskussion anstoßen, die im Bauprozess oft zu Ungunsten des Baumes ausfällt und dem Gedanken nachspüren, was wir gewinnen können, wenn wir genau beobachten und an den entscheidenden Stellen Raum geben.
